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Wagenklasse
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Die Wagenklasse, kurz Klasse, veraltet auch Fahrklasse, historisch Wagenclasse, Classe respective Fahrclasse geschrieben, bezeichnet bei der Eisenbahn den Personentransport in Beförderungsklassen mit einem abgestuften Komfortniveau. Üblicherweise werden die Wagenklassen nummeriert, die 1. Klasse bezeichnet die Klasse mit dem höchsten Komfort.

Die Bezeichnung „Wagenklasse“ rĂŒhrt daher, dass ursprĂŒnglich jeweils ganze Wagen einheitlich ausgestattet waren. Heute gibt es in vielen ZĂŒgen PlĂ€tze verschiedener Klassen in einem Wagen; in dem Fall wird oft auch einfach verkĂŒrzt von Erster Klasse oder Zweiter Klasse gesprochen.

Grenzen alle Wagen der ersten Klasse und alle Wagen der zweiten Klasse aneinander, optional von einem klassenlosen Speisewagen getrennt, so spricht man von einer Blockzugbildung oder kurz von einem Blockzug. In Deutschland wurde diese bei der Deutschen Bundesbahn mit der EinfĂŒhrung des zweiklassigen InterCity-Verkehrs Ende der 1970er Jahre eingefĂŒhrt, in Österreich bereits 1965 bei den TriebzĂŒgen der Reihe 4010. Seltener ist heute die Anordnung der ersten Klasse in Zugmitte, beispielsweise beim SBB RABDe 500 (ICN).

Contents

‱ Deutschland
‱ Frankreich
‱ Norwegen
‱ Schweiz
‱ China
‱ Indien
‱ Japan
‱ Syrien
‱ Tansania
‱ Thailand
‱ TĂŒrkei
‱ Vietnam
‱ Weblinks

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Allgemeines

Die Unterschiede in den Wagenklassen betreffen unter anderem die Beschaffenheit der Sitze (gepolstert, Leder-, Vis-Ă -vis- oder Reihensitze), die Beinfreiheit (Abstand der einzelnen Sitze), Abteil- oder Großraumwagen, beheizbare und klimatisierte Wagen, VerstĂ€rker fĂŒr Handys, Ruhezonen, Steckdosen, Tische, Sonnenschutzrollos usw. DarĂŒber hinaus können mit einer Wagenklasse weitere Service-Leistungen verbunden sein, sowohl vor der Reise (spezielle Wartebereiche in Bahnhöfen) als auch im Zug (kostenlose GetrĂ€nke, Mahlzeiten oder Zeitungen). Von der Wagenklasse (in gemischten ZĂŒgen) nicht oder nur bedingt abhĂ€ngig sind PĂŒnktlichkeit und Schnelligkeit des Zuges, StreckenfĂŒhrung, Beschaffenheit der Bahnhöfe und der Strecke. Je nach Zuggattung (z. B. im Vergleich von ICE mit der Regionalbahn) schwanken Preis, Komfort und Service der Wagenklassen erheblich.

Wagen der ersten Klasse haben eine geringere KapazitĂ€t als Wagen der zweiten Klasse, da sie jedem Fahrgast mehr Platz bieten. Außerdem wird oft das Platzangebot der ersten Klasse gegenĂŒber der Nachfrage eher zu groß bemessen – zum Teil bewusst, um mit der weniger besetzten ersten Klasse ein attraktiveres Angebot zu bieten.

Aus Sicht der Betriebswirtschaftslehre ist die Unterteilung in Wagenklassen ein Ansatz sowohl zur Preisdifferenzierung als auch zur Produktdifferenzierung.

Situation in Europa

zweiklassensystem

Aufgrund der BeschlĂŒsse der EuropĂ€ischen Reisezugfahrplankonferenz von 1955 wurde zum 3. Juni 1956 mit dem Beginn des Sommerfahrplans das heute in Europa den Standard bildende Zweiklassen-System eingefĂŒhrt.cite-ref-1[1] Die alte erste Klasse wurde abgeschafft, die zweite Klasse in „erste Klasse“, die alte dritte Klasse in „zweite Klasse“ umbenannt. Nur in Portugal, Spanien, Italien,cite-ref-0-2-0[2] Griechenland und der TĂŒrkei blieb das alte Dreiklassensystem noch einige Jahre erhalten. Die alte erste Klasse wurde schon vor 1956 in immer weniger ZĂŒgen, in der Regel nur noch in internationalen Verbindungen, angeboten. DarĂŒber hinaus stellte die Wuppertaler Schwebebahn ihre Klassenbezeichnung erst am 9. September 1957 um.cite-ref-3[3]

Bereits mit der EinfĂŒhrung der Trans-Europ-Express-ZĂŒge 1957 wurde das Platzangebot in der „neuen“ ersten Klasse im Fernverkehr ungefĂ€hr dem der „alten“ ersten Klasse angeglichen und um moderne Errungenschaften wie Klimaanlage ergĂ€nzt. Der Standard einiger herausragender LuxuszĂŒge wie des Orient-Express von 1928 oder der Pullman-ZĂŒge der CIWL wurde allerdings nicht wieder erreicht, und die neu beschafften Wagen erster Klasse fĂŒr gewöhnliche SchnellzĂŒge entsprachen eher der alten zweiten Klasse. Auch die zweite Klasse wurde in vielen LĂ€ndern aufgewertet (Polstersitze statt Holzsitze in neuen oder modernisierten Wagen, teilweise sechs statt acht SitzplĂ€tze pro Abteil). Bei Ă€lteren Wagen wurde allerdings auf eine Modernisierung verzichtet. Einige Bahnen im Ostblock, aber auch in Frankreich, behielten zunĂ€chst achtplĂ€tzige Abteile im Interesse der höheren BeförderungskapazitĂ€t bei.

Hochgeschwindigkeitsverkehr

Im Zuge des Hochgeschwindigkeitsverkehrs wurde das Dreiklassensystem zum Teil wieder eingefĂŒhrt, die italienische Staatsbahn hat im Frecciarossa sogar ein Vierklassensystem eingefĂŒhrt.cite-ref-4[4]cite-ref-5[5]

In Spanien wurden 1992 nach dem Vorbild des Luftverkehrs die drei Klassen in den HochgeschwindigkeitszĂŒgen S-100 (AVE), S-102 (Talgo 350) und S-103 (Siemens Velaro) „Club“, „Preferente“ und „Turista“ genannt. Hierbei wird fĂŒr die „Preferente“-Klasse ein Aufpreis von 50 % und fĂŒr die „Club“-Klasse 80 % gegenĂŒber dem Fahrpreis der „Turista“-Klasse verlangt.

Auch die Eurostar-ZĂŒge durch den Kanaltunnel zwischen Großbritannien und Frankreich bieten seit September 2005cite-ref-6[6] ein Dreiklassensystem an. In der „Standard“-Klasse gibt es einen Bar- und Buffet-Service, in der „Leisure Select“-Klasse werden Champagner und ein Drei-GĂ€nge-MenĂŒ am Platz serviert, und in der „Business Premier“-Klasse werden unter anderem zusĂ€tzlich ein Express-Check-in und Zugang zu den Business-Lounges mit drahtlosem Internetzugang gewĂ€hrt.cite-ref-7[7]

Auch im 2008 eingefĂŒhrten ÖBB-Railjet-Zug sind drei Wagenklassen vorhanden. Diese werden dort Business, First und Economy genannt, wobei die „Business“ und „First“ genannten Klassen tariflich der ersten Klasse gleichgestellt sind und fĂŒr die Business-Klasse zusĂ€tzlich noch ein spezieller Zuschlag erhoben wird (hier ist also anders als im Flugverkehr „Business“ die höchste Klasse). Der „Economy“-Tarif entspricht dem Zweite-Klasse-Tarif.

Deutschland

Geschichte

Von der Postkutsche zur Eisenbahn

Der Bahnbetrieb in Deutschland begann im 19. Jahrhundert in der Regel mit Sitzplatzangeboten der ersten, zweiten und dritten Wagenklasse.

Die Einteilung in Klassen war in der StĂ€ndegesellschaft des 19. Jahrhunderts selbstverstĂ€ndlich. Erste und zweite Klasse entsprachen in der Ausstattung den InnenplĂ€tzen, die dritte Wagenklasse – zunĂ€chst meist noch offen – den Außensitzen der bisherigen Postkutsche. Die Tarife der Bahn lagen aber, weil sie ein viel grĂ¶ĂŸeres Sitzplatzangebot als jede Postkutsche bot, selbst in der ersten Klasse weit unter dem, was ein Platz in der Postkutsche kostete. Das fĂŒhrte zur relativ schnellen VerdrĂ€ngung des Ă€lteren durch das jĂŒngere Verkehrsmittel ĂŒberall dort, wo das Fahrgastaufkommen den Bau einer Eisenbahn wirtschaftlich rechtfertigte.

Die EinfĂŒhrung der vierten Klasse (1852)

In Preußen verkehrten 1852 erstmals PersonenzĂŒge mit Wagen der vierten Klasse, um Geringverdienern das Bahnfahren zu ermöglichen. Diese Eisenbahnwagen waren spartanisch ausgestattet: BĂ€nke gab es darin nur an den SeitenwĂ€nden, quer zur Fahrtrichtung, ansonsten waren nur StehplĂ€tze vorhanden. SpĂ€ter wurden auch einfache LattenbĂ€nke zum Sitzen installiert. ZunĂ€chst waren auch viele Wagen der vierten Klasse noch Sommerwagen ohne Fenster und teilweise auch ohne Dach.

Die vierte Wagenklasse setzte sich langsam bei allen preußischen Eisenbahngesellschaften durch:

‱ 1863 bei der Berlin-Stettiner Eisenbahn-Gesellschaft,cite-ref-8[8] versuchsweise ab 1861cite-ref-9[9]
‱ 1867 bei der Hannöverschen Staatsbahn

Insbesondere nach der EinfĂŒhrung der Fahrkartensteuer am 1. August 1906 stieg die Anzahl der FahrgĂ€ste in der vierten Wagenklasse um acht Prozent, wĂ€hrend in den ĂŒbrigen Klassen deutlich weniger Fahrkarten verkauft wurden.

Zum Fahrplanwechsel am 1. Mai 1907 wurde in SĂŒddeutschland (Elsass-Lothringen, Pfalz und WĂŒrttemberg) auf Druck Preußens ebenfalls die vierte Klasse eingefĂŒhrt. Aufgrund eines Urteils des Reichsbahngerichtes wurde 1928 die vierte Klasse abgeschafft.

Weitere Entwicklung

Mit dem Aufkommen des Autos und der schwindenden Bedeutung stĂ€ndischer Differenzierung am Ende des 19. und Anfang des 20. Jahrhunderts schwand die Nachfrage nach der ersten Klasse, so dass sie zunĂ€chst in den unteren Zuggattungen, die ĂŒberwiegend dem Lokal- und Regionalverkehr dienten, aufgegeben wurde.cite-ref-10[10]

holzklasse Die dritte Klasse wies bis 1935 in Deutschland ausschließlich HolzbĂ€nke auf, weshalb sie auch als Holzklasse bezeichnet wurde, eine Bezeichnung, die umgangssprachlich auch fĂŒr andere Produkt-Angebote mit einfachem Standard Verwendung fand.

Mit dem Beginn des Sommerfahrplanabschnittes am 3. Juni 1956 wurde bei allen UIC-Mitgliedsbahnen die ohnehin nur noch in wenigen ZĂŒgen angebotene erste Klasse abgeschafft.cite-ref-11[11] Die bisherige zweite Wagenklasse wurde zur ersten, die bisherige dritte zur zweiten.

Technische Neuerungen, die dem Komfort der FahrgĂ€ste dienen, wurden zunĂ€chst in den höheren Klassen, ab 1956 in der ersten Klasse eingefĂŒhrt; beispielsweise elektrische Beleuchtung, Heizung und spĂ€ter Klimaanlage.

Zwischenkriegszeit

Als Standard galt damals, dass in einem Abteil der ersten Klasse vier, in einem der zweiten Klasse sechs und in einem der dritten Klasse acht SitzplÀtze angeboten wurden.cite-ref-12[12]

Die LuxuszĂŒge bestanden nur aus Wagen der ersten und – seit den 1920er Jahren – auch der zweiten Klasse sowie Schlaf- und Speisewagen. SchnellzĂŒge fĂŒhrten in der Regel die drei oberen Klassen, PersonenzĂŒge und EilzĂŒge nach dem Ende des Ersten Weltkriegs alle Klassen außer der Ersten. Die Beschleunigten PersonenzĂŒge (BP) der Deutschen Reichsbahn ermöglichten zwischen 1922 und 1928 umsteigefreie Fahrten quer durch Deutschland in der zweiten, dritten und vierten Wagenklasse.

Angesichts der wirtschaftlichen Notlage reiste die Mehrheit der FahrgĂ€ste in der preisgĂŒnstigen vierten Wagenklasse, bis diese mit dem Fahrplanwechsel am 7. Oktober 1928cite-ref-13[13] abgeschafft wurde. Die Abschaffung der vierten Klasse wurde nicht etwa durch einen sozialen Aufstieg weniger BegĂŒterter oder eine sinkende Nachfrage nach Fahrkarten der vierten Klasse begĂŒnstigt. Die „Stehklasse“ war vielmehr gesellschaftsfĂ€hig geworden. Personen, die dienstlich nur Polsterklassen benutzten, fanden es nicht mehr anstĂ¶ĂŸig, fĂŒr Fahrten, die sie privat zahlen mussten, die vierte Klasse zu wĂ€hlen. Die Abschaffung der vierten Klasse sollte also der Einnahmeverbesserung der Bahn dienen. Dazu wurde die vierte Klasse der dritten Klasse gleichgestellt und etliche vormalige Vierte-Klasse-Wagen als Traglastenabteile der dritten Klasse angeboten. Da sich so die Preise fĂŒr die billigste Bahnreise verdoppelten, wurden die Kontrolleure an der Bahnsteigsperre von zeitgenössischen Karikaturen als RĂ€uber gezeichnet, die den FahrgĂ€sten das Geld aus der Brieftasche zogen. In den nach dem Ersten Weltkrieg polnisch gewordenen ehemaligen Teilen Preußens wurde die vierte Klasse noch bis 1934 beibehalten (Übergang zum Zwei-Klassen-System 1956: siehe oben). Die Reisenden vornehmlich der Holzklasse hatten die Möglichkeit, sich zum Preis von einer Reichsmark fĂŒr die Fahrt ein Siesta-Kissen (bzw. nach der Übernahme der Firma Siesta durch die Mitropa im Jahr 1928 ein Reisekissen) zu mieten. 1928 wollte die Deutsche Reichsbahn auch die von nur wenigen FahrgĂ€sten genutzte 1. Klasse abschaffen, was aber nur in den ZĂŒgen möglich war, die ausschließlich im Inland verkehrten. In den internationalen Verbindungen wurde sie mit RĂŒcksicht auf die angrenzenden Bahnen beibehalten.cite-ref-14[14]

| | Bef. Pers. | Verteilung (in %) | Verteilung (in %) | Verteilung (in %) | Verteilung (in %) |
|---|---|---|---|---|---|
| Jahr | (in Mio.) | 1. Kl. | 2. Kl. | 3. Kl. | 4. Kl. |
| 1913 | - | 0,13 | 7,59 | 42,00 | 50,28 |
| 1925 | 2106 | 0,04 | 5,31 | 32,81 | 61,84 |
| 1926 | 1819 | 0,04 | 4,89 | 33,01 | 62,06 |
| 1927 | 1909 | 0,03 | 4,47 | 31,55 | 63,95 |
| 1928 | 2009 | 0,03 | 5,15 | 94,82 | - |
| 1929 | 1980 | 0,03 | 7,07 | 92,90 | - |
| 1930 | 1829 | 0,03 | 6,35 | 93,62 | - |
| 1931 | 1578 | 0,02 | 5,54 | 94,44 | - |
| 1932 | 1305 | 0,02 | 4,79 | 95,19 | - |
| 1933 | 1241 | 0,01 | 4,41 | 95,58 | - |

| | Pers.-Km. | Verteilung (in %) | Verteilung (in %) | Verteilung (in %) | Verteilung (in %) |
|---|---|---|---|---|---|
| Jahr | (in Mio.) | 1. Kl. | 2. Kl. | 3. Kl. | 4. Kl. |
| 1913 | - | 0,90 | 10,09 | 44,32 | 44,69 |
| 1925 | 48950 | 0,39 | 7,23 | 34,30 | 58,08 |
| 1926 | 42922 | 0,40 | 6,43 | 33,69 | 59,48 |
| 1927 | 45548 | 0,42 | 5,98 | 31,69 | 61,91 |
| 1928 | 47649 | 0,44 | 6,77 | 92,79 | - |
| 1929 | 47088 | 0,40 | 8,90 | 90,70 | - |
| 1930 | 43298 | 0,40 | 8,55 | 91,05 | - |
| 1931 | 36912 | 0,33 | 7,32 | 92,35 | - |
| 1932 | 30811 | 0,25 | 6,36 | 93,39 | - |
| 1933 | 30117 | 0,22 | 6,04 | 93,74 | - |

| | Einnahmen | Anteil (in %) | Anteil (in %) | Anteil (in %) | Anteil (in %) |
|---|---|---|---|---|---|
| Jahr | (in Mio. RM ) | 1. Kl. | 2. Kl. | 3. Kl. | 4. Kl. |
| 1913 | 904 | 2,88 | 17,15 | 45,10 | 34,87 |
| 1925 | 1431 | 1,48 | 13,69 | 39,21 | 45,62 |
| 1926 | 1320 | 1,45 | 12,38 | 38,22 | 47,95 |
| 1927 | 1380 | 1,55 | 11,86 | 36,73 | 49,86 |
| 1928 | 1443 | 1,62 | 13,03 | 85,35 | - |
| 1929 | 1423 | 1,62 | 15,42 | 82,96 | - |
| 1930 | 1346 | 1,60 | 14,80 | 83,68 | - |
| 1931 | 1150 | 1,35 | 12,54 | 86,21 | - |
| 1932 | 901 | 0,82 | 10,70 | 88,48 | - |
| 1933 | 846 | 0,71 | 10,00 | 89,29 | - |

Merkmale der Wagenklassen heute

Fernverkehr

Die Deutsche-Bahn-Tochter DB Fernverkehr bietet heute generell die erste und zweite Wagenklasse an. Hingegen verkehrten bis 1979 der Intercity, bis 1988 der Trans-Europ-Express und bis 1992 der Messe-Schnellzug nur mit der ersten Wagenklasse, letztere beiden Zuggattungen wurden danach ganz abgeschafft. Merkmale der ersten Klasse sind, neben bequemeren Sitzen mit grĂ¶ĂŸerem Sitzabstand als in der zweiten Klasse, unter anderem die kostenlose Benutzung der DB Lounge mit Fahrkarten im Tarif Flexpreis an großen Bahnhöfen, kostenlose Sitzplatzreservierungen beim Flexpreis, Bedienung am Platz sowie spezielle Erste-Klasse-Schalter in Reisezentren an ausgewĂ€hlten Bahnhöfen.cite-ref-16[16] ZusĂ€tzlich gab es im ICE Sprinter bis zum 15. Juni 2014 kostenlose GetrĂ€nke und Imbiss oder FrĂŒhstĂŒck. Der Anteil der SitzplĂ€tze der ersten Klasse betrĂ€gt im Schnitt 20 Prozent der GesamtsitzkapazitĂ€t, was immer noch großzĂŒgig bemessen ist.

Nahverkehr

Im Nahverkehr unterscheiden sich heute erste und zweite Klasse teilweise kaum mehr. In manchen NahverkehrszĂŒgen weicht die erste Klasse nur durch die Farbe der Polster von der zweiten ab. Dies gilt insbesondere fĂŒr die TriebzĂŒge der DB-Baureihe 423/424/425/426. Die erste Klasse wird zusĂ€tzlich nur durch eine GlastĂŒr von der zweiten Klasse getrennt. Es zeigen sich allerdings im Detail mehr Unterschiede. So haben beispielsweise die neuen Doppelstockwagen in der ersten Klasse eine „2+1“-Bestuhlung, verstellbare Sitze, Klapptische und Fußablagen, wĂ€hrend die Wagen Ă€lterer Bauarten nicht ĂŒber diese Merkmale verfĂŒgen. Teilweise werden in neuen ZĂŒgen sogar Echtledersitze in der ersten Klasse eingebaut, sofern dies vom Besteller gewĂŒnscht wird (z. B. Talent 2 des Franken-ThĂŒringen-Express). In einstöckigen Nahverkehrswagen ist die erste Klasse mit Einzelsitzen ausgefĂŒhrt, wĂ€hrend die zweite Klasse hier in Großraumabteilen in der Regel mit SitzbĂ€nken ausgestattet ist. Teilweise sind noch Nahverkehrswagen unterwegs, die Abteile in der ersten Klasse haben. DarĂŒber hinaus haben oft auch Verkleidungsteile andere Farben, die meist gut mit den jeweiligen Polsterfarben harmonieren. Es gibt auch NahverkehrszĂŒge, die nur die zweite Klasse aufweisen. So hatte die S-Bahn Hamburg lange ein großes Platzangebot in der Komfortklasse, da diese gut frequentiert wurde, weil einige Zeitkarten und die „Hamburg-Card“ die Benutzung der ersten Klasse ermöglichten, zudem konnte nach GrĂŒndung des Hamburger Verkehrsverbundes (HVV) ab Mitte der 1960er Jahre das hier vorhandene Schnellbussystem mitgenutzt werden. Inzwischen wurden dort jedoch die erste Klasse bei der Gleichstrom-S-Bahn und spĂ€ter auch das Schnellbussystem abgeschafft.

Ein weiteres Beispiel sind die RegioShuttles von Stadler, die aufgrund des niedrigen Platzangebots meist keine 1. Klasse fĂŒhren.

Wenn Wagen außerplanmĂ€ĂŸig ersetzt werden oder ZusatzzĂŒge gefĂŒhrt werden, kommt manchmal eine provisorische Umwidmung zur zweiten Klasse mit Papierschildern vor. Da sich frĂŒher im Nahverkehr hĂ€ufig ein Vermerk mit „nur 2. Klasse“ im Fahrplan befand, erĂŒbrigte sich dadurch die provisorische Umbezeichnung. Ein bemerkenswertes Beispiel war in einigen deutschen ICE-1-Garnituren zu finden, wo Erste-Klasse-Wagen der Baureihe 801 umbeschriftet und als Zweite-Klasse-Wagen eingesetzt werden, weil zu wenige Wagen der zweiten Klasse beschafft wurden. Der umgekehrte Fall, dass Wagen der niederen Komfortstufe zur ersten Klasse hochgestuft werden, ist nur Ă€ußerst selten bei akutem Wagenmangel zu finden.

Bei einer sehr starken Überbelastung der ZĂŒge, beispielsweise im Berufsverkehr, kann die 1. Klasse durch das Zugpersonal freigegeben werden, um so eine Beförderung aller oder zumindest von mehr FahrgĂ€sten zu ermöglichen.cite-ref-17[17]

Eisenbahn-Tarife in Deutschland

Ca. 1880 bis 1928

‱ 1. Klasse: 8,0 Rpf/km
‱ 2. Klasse: 6,0 Rpf/km
‱ 3. Klasse: 4,0 Rpf/km
‱ 4. Klasse: 2,0 Rpf/km

Ab 1935

‱ 1. Klasse: 8,7 Rpf/km
‱ 2. Klasse: 5,8 Rpf/km
‱ 3. Klasse: 4,0 Rpf/km

Ab 1964 ( Deutsche Bundesbahn )

‱ 1. Klasse: 12 Pf/km
‱ 2. Klasse: 8 Pf/km

Ab 1964 ( Deutsche Reichsbahn )

‱ 1. Klasse: 11,6 Pf/km
‱ 2. Klasse: 8 Pf/km

Ab 1994 (Deutsche Bahn AG)

Zum Fahrplanwechsel im Dezember 2007 erhöhte die Deutsche Bahn AG den Erste-Klasse-Aufpreis auf 60 Prozent des Fahrpreises. Vorher betrug der Aufpreis 55 Prozent im Fernverkehr und 50 Prozent im Nahverkehr. ZusĂ€tzlich wurde ein Aufpreis fĂŒr die Erste-Klasse-Reservierung von einem Euro eingefĂŒhrt.

→

Hauptartikel

:

Preissystem der Deutschen Bahn AG

Frankreich

In Frankreich wird die erste Klasse außen an den Wagen durch rosa TĂŒren statt der in Europa sonst in den meisten LĂ€ndern ĂŒblichen gelben Streifen gekennzeichnet; die zweite Klasse ist tĂŒrkis markiert. Bei modernisierten TGV gibt es seit einigen Jahren stattdessen eine grĂŒn-gelbe Kennzeichnung fĂŒr die erste Klasse; die Kennzeichnung fĂŒr die zweite Klasse ist violett. Dies entspricht den neuen Farben der Sitzpolster im Innenraum.

Großbritannien

In Großbritannien legte das Parlament im Jahr 1844 Mindeststandards fĂŒr ReisezĂŒge fest; diese „ParlamentszĂŒge“ mussten alle Bahngesellschaften mit der 3. Klasse zu einem festgelegten (niedrigen) Preis anbieten. Nachdem die Midland Railway 1875 ein Zweiklassensystem eingefĂŒhrt hatte, folgte die Konkurrenz in den 1910er Jahren diesem Beispiel. Es gab noch die „1st class“ und „3rd class“ (die Benutzung der Bezeichnung „3. Klasse“ war ja durch Gesetz vorgesehen). Wagen zweiter Klasse gab es nur bei den Boat trains der Southern Railway und ihrer VorgĂ€ngerbahnen, die Passagieren, die mit der FĂ€hre vom Festland ankamen und im Besitz eines Fahrscheins zweiter Klasse waren, PlĂ€tze in oft recht betagten Wagen der frĂŒheren zweiten Klasse anboten. Die Erste bot etwa den Komfort der Zweiten Klasse auf dem Kontinent (Abteile mit sechs Sitzen), die 3rd war, da schon damals als Polsterklasse ausgestattet, viel komfortabler als jenseits des Kanals. 1956 wurde die dritte Klasse im Zuge der kontinentalen Klassenreform (siehe oben) in „2nd class“ umbenannt, obwohl die traditionell in großen Mengen fertiggedruckten Edmondsonschen Fahrkarten noch mehrere Jahre danach mit der Aufschrift „3rd Class“ weiter benutzt wurden. Seit 1987 wurden die beiden Wagenklassen – aufgrund der inzwischen stattgefundenen Sektorisierung von British Rail bei den einzelnen Sektoren (InterCity, Network SouthEast, Regional Railways) zu unterschiedlichen Zeitpunkten – als „First Class“ und „Standard“ umbezeichnet.

Norwegen

In Norwegen wurde bei den NSB die traditionelle erste Klasse abgeschafft, stattdessen wird auf sechs Linien in FernzĂŒgen der Bereich NSB Komfort angeboten. Der Sitzkomfort unterscheidet sich nicht wesentlich von der Standardklasse, die Sitze sind in den BM73-NeigezĂŒgen mit Leder bezogen, es werden Tageszeitungen und GetrĂ€nke ohne Zusatzkosten angeboten, und jeder Sitzplatz ist mit einer Steckdose ausgerĂŒstet. Der Aufpreis dafĂŒr betrĂ€gt unabhĂ€ngig von der zurĂŒckgelegten Strecke 90 Norwegische Kronen.

Österreich

In Österreich bieten die Bundesbahnen die erste Klasse nur in FernverkehrszĂŒgen an. In Österreich verkehrenden NahverkehrszĂŒgen auslĂ€ndischer Eisenbahngesellschaften, die ĂŒber 1.-Klasse-Abteile verfĂŒgen, dient das 1.-Klasse-Abteil ebenfalls als zweite Wagenklasse, teilweise jedoch mit anderer Funktion, in den ZĂŒgen der Berchtesgadener-Land-Bahn beispielsweise als Ruheabteil, unabhĂ€ngig von der Tageszeit.

Im Gegensatz zum Railjet ist der Komfortunterschied zur 2. Klasse im InterCity und EuroCity-Verkehr gering; im Allgemeinen sind die Wagen aber deutlich weniger gefĂŒllt. FahrgĂ€sten der ersten Klasse im Fernverkehr werden kostenlose Zeitschriften angeboten. In ÖBB-Standard-Tickets 1. Klasse ist eine kostenlose Platzreservierung inklusivecite-ref-18[18]. Bei modernisierten Wagen erster Klasse werden Ledersessel eingebaut.

Im Railjet gibt es die Business Class, die in Österreich fĂŒr den Fahrpreis der 1. Klasse mit einem Zuschlag von 15 Euro (einschließlich Platzreservierung) zu nutzen ist (im Ausland gilt dieser Bereich in den ÖBB-Wagen als normale erste Klasse). Im Railjet besteht die Business Class aus einem Großraum mit Raumteilern; die Liegesessel Ă€hneln der Business Class in Flugzeugen. Im IC waren bis zur EinfĂŒhrung des Railjets ebenfalls Business-Class-Abteile vorhanden, die mit Abschaffung zur normalen 1. Klasse degradiert wurden. Im Fahrpreis ist ein BegrĂŒĂŸungsgetrĂ€nk inkludiert, das an den Platz gebracht wird.cite-ref-19[19] Die Business Class im railjet wurde ursprĂŒnglich als Premium bezeichnet; fĂŒr einen höheren Aufpreis war eine Mahlzeit inbegriffen, auch wegen zu geringer Nutzung wurde dies abgeschafft.

In den ZĂŒgen der Westbahn gibt es eine First Class. FĂŒr einen Aufpreis erhalten FahrgĂ€ste einen breiteren Sitz und einen Willkommensgruß; auch hier erfolgt die Bedienung mit GetrĂ€nken und Snacks am Platz.cite-ref-20[20]

Schweiz

Der Anteil der FahrgĂ€ste der ersten Klasse ist im internationalen Vergleich in der Schweiz höher. Dies lĂ€sst sich unter anderem durch den tariflich begĂŒnstigten Klassenwechsel erklĂ€ren. So gibt es eine klassenlose Kundenkarte, einen relationsbezogenen Klassenwechsel sowie mehrere zeitbezogene Klassenwechsel.

Daher fĂŒhren auch die meisten RegionalzĂŒge Wagen der ersten Klasse. In S-Bahn-Bereichen ist der Komfortunterschied gering (4 Sitze pro Reihe in beiden Klassen), sonst wird in der ersten Klasse im Allgemeinen merklich mehr Platz pro Fahrgast geboten (Sitzplatzanordnung 2+1, mehr Beinfreiheit, im internationalen Verkehr auch Abteilwagen und Panoramawagen). Ein Sonderfall waren die Panoramawagen des Panoramic-Express der Montreux-Berner Oberland-Bahn (MOB) und die daraus abgeleiteten Wagen des Glacier-Express, in denen trotz enger Sitzanordnung ursprĂŒnglich mit vier Sitzen pro Reihe eine Fahrkarte erster Klasse benötigt wurde. In der aktuellen Generation des entsprechenden Rollmaterials wurde die erste Klasse jedoch wieder mit einer Sitzplatzanordnung von 2+1 aufgewertet und die Ă€lteren Panoramawagen zur zweiten Klasse herabgestuft oder aber neu bestuhlt.

Wie viele andere Bahnen besaß die SBB zunĂ€chst drei Klassen. Die VerkehrsertrĂ€ge der 1.-Klasse-Passagiere betrugen bei den SBB vor 1955 nur 1,5 %, bei den Privatbahnen nur 0,6 %. Als nach der UIC-Konferenz von Neapel (1953) die EinfĂŒhrung von zwei Klassen beschlossen wurde, wurde die 1. Klasse abgeschafft und die 2. und 3. Klasse zur neuen 1. bzw. 2. Klasse umbenannt. Da VIP-Passagiere ohnehin dabei waren, auf das Automobil umzusteigen, war dieser Schritt vertretbar.cite-ref-0-2-1[2]

AußereuropĂ€ische Staaten

Außerhalb Europas – insbesondere in EntwicklungslĂ€ndern – gibt es weiterhin drei oder sogar mehr Wagenklassen. Die Bahnen von Israel, Neuseeland, Albanien und der TĂŒrkei bieten hingegen nur eine Einheitsklasse an.

Fernverkehr in Nordamerika

Die amerikanische Fernverkehrsgesellschaft Amtrak kennt heute drei Wagenklassen bei Sitzwagen: First Class (nur im Acela Express), Business Class (in fast allen FernverkehrszĂŒgen vorhanden) sowie die normale Coach Class (nicht im Acela Express)cite-ref-21[21]. Außerdem gibt es in den ĂŒber Nacht verkehrenden ZĂŒgen komfortable Schlafwagen mit hohen PreisaufschlĂ€gen. Die wichtigsten Abteilkategorien sind Roomette (kleines Zweibettabteil mit LĂ€ngsbetten) und Bedroom (großes Zweibettabteil mit Querbetten, eigenes Badezimmer, zwei Abteile können zur Suite verbunden werden). Jeder Wagen bietet auch ein behindertengerechtes Abteil (Accessible Bedroom), einige ZĂŒge auch einen Family Bedroom fĂŒr zwei Erwachsene und zwei Kinder. Eine dem westeuropĂ€ischen Liegewagen oder einfacheren Schlafwagen in Osteuropa und Asien vergleichbare mittelpreisige Klasse existiert nicht.

Die Business Class kostet im Schnitt einen 20-prozentigen Aufpreis, die First Class das Doppelte des variablen Coach-Class-Preises. Bis Mitte der 1990er Jahre gab es im Northeast Corridor die Coach und die First Class in den Metroliner-ZĂŒgen sowie im Verkehr Washington – Boston (NE direct) mit 50 Prozent Aufpreis. Die SchlafwagenaufschlĂ€ge – auf die es praktisch keine ErmĂ€ĂŸigungen gibt und die auch fĂŒr Inhaber von RailpĂ€ssen ggf. voll zu bezahlen sind – betragen je nach Kategorie und Strecke zwischen 80 und ĂŒber 500 Prozent gegenĂŒber der Coach Class, schließen allerdings immer auch Vollverpflegung im Zugrestaurant mit ein.

In den ZĂŒgen außerhalb der OstkĂŒste, ab Anfang der 1990er Jahre aber auch im Korridor wurde eine Custom Class angeboten, die spĂ€ter in der Business Class aufging. Die Zuggattung NE direct wurde vom „Acela Regional“ bzw. „Regional“ abgelöst, die aber nur die Coach und Business Class kennt.

Die privat betriebene Brightline in Florida bietet die Klassen Premium (entspricht der ersten Klasse, Imbiss und GetrÀnke im Zug sowie Benutzung der Premium Lounge in den Bahnhöfen inbegriffen) und Smart (entspricht der zweiten Klasse).cite-ref-22[22]

Auch Kanada kennt eine Business Class neben der Economy Class.cite-ref-23[23]

China

In China sind folgende Wagenklassen ĂŒblich:

‱ èœŻć§èœŠ Ruanwoche = weicher Schlafwagen (nur in FernzĂŒgen); Vierbettabteile (einige FernzĂŒge fĂŒhren auch Luxusabteile mit zwei Betten)
‱ çĄŹć§èœŠ Yingwoche = harter Schlafwagen (nur in FernzĂŒgen); Großraumliegewagen Ă€hnlich wie in der GUS
‱ èœŻćș§èœŠ Ruanzuoche = weicher Sitzwagen; Großraumwagen mit vier Sitzen pro Reihe (1. Klasse)
‱ çĄŹćèœŠ Yingzuoche = harter Sitzwagen; Großraumwagen mit fĂŒnf Sitzen pro Reihe (2. Klasse)

Dabei kommt den FahrgÀsten zugute, dass der Lichtraum der chinesischen Eisenbahn etwas breiter ist als die (kontinental-)europÀische Norm.

Die HochgeschwindigkeitszĂŒge (China Railway High-speed) haben ein eigenes Klassensystem mit erster und zweiter Klasse, in Gaosu-ZĂŒgen gibt es zusĂ€tzlich eine besonders komfortable Businessklasse zum etwa doppelten Preis der ersten Klasse. Die Großraumwagen der ersten Klasse haben vier, die der zweiten Klasse fĂŒnf Sitze pro Reihe. Da der Fahrpreis der zweiten Klasse mindestens so hoch ist wie die weiche Sitzklasse in herkömmlichen ZĂŒgen, wird die Bezeichnung Yingzuoche hier nicht verwendet.

Die S-Bahn-ZĂŒge der KCR in Hongkong bieten neben der Standardklasse (mit Aluminiumsitzen in LĂ€ngsanordnung, ĂŒberwiegend StehplĂ€tze) auch einen Wagen erster Klasse (First Class) an, mit Polstersitzen in 2+2-Anordnung und großzĂŒgigem Sitzabstand; dafĂŒr ist der doppelte Fahrpreis zu entrichten.

Indien

→

Hauptartikel

:

Indian Railways: Wagenklassen im Fernverkehr

und

Indian Railways: Wagenklassen im Nahverkehr

In Indien gibt es im Fernverkehr eine unĂŒbersichtliche Anzahl von Wagenklassen, wobei die Wagenklassen der NachtzĂŒge sich von denjenigen in den TageszĂŒgen unterscheiden. In den NachtzĂŒgen ist First Class AC die höchste Wagenklasse, wo dem Reisenden bei nur 18 FahrgĂ€sten in einem Wagen am meisten Platz zur VerfĂŒgung steht. Unreserved ist die tiefste Wagenklasse, bei der sich manchmal bis zu 300 Reisende einen Wagen teilen. Die meisten FahrgĂ€ste mit Platzreservierung reisen in der Sleeper Class.

Die hochwertigen FernzĂŒge der Zuggattungen Rajdhani Express, Shatabdi Express und Duronto Express fĂŒhren nur klimatisierte Wagen. Die meisten ĂŒbrigen FernzĂŒge fĂŒhren ĂŒberwiegend die unklimatisierte Sleeper class mit einigen Schlafwagen mit Sechsbett-Abteilen der Wagenklasse AC 3-tier sleeper und Vierbett-Abteilen der Wagenklasse AC 2-tier sleeper sowie unreservierte Sitzwagen der Klasse Unreserved. Teilweise wird auch ein einziger Wagen der höchsten Wagenklasse First Class AC mitgefĂŒhrt. Alle Wagenklassen können auch im reinen Tagesverkehr genutzt werden. FernzĂŒge sind bis auf einige Sitzwagen der billigsten Klasse nur mit Platzreservierung zu nutzen.

In den letzten Jahren wurden zu den bestehenden Zuggattungen schnelle ZĂŒge zu billigeren Tarifen eingefĂŒhrt, die unter dem Namen Jan Shatabdi im Tagesverkehr und Garib Rath im Nachtverkehr angeboten werden. In diesen wurden die Wagen fĂŒr möglichst hohe KapazitĂ€t ausgelegt und den Wagenklasse zugeteilt, die den Begriff high capacity im Namen enthalten.

Auf Schmalspurbahnen gibt es auch Sitzwagen erster Klasse ohne Klimaanlage, in denen die Wagenklasse First Class angeboten wird.

Im Nahverkehr gibt es neben dem General Compartment die First Class und spezielle Ladies Compartements fĂŒr Frauen.

Japan

Der Begriff „erste Klasse“ wurde im Mai 1969 in Japan von der Japanese National Railways abgeschafft und durch „Green Cars“ ersetzt. Sie sind durch das grĂŒne Vierblatt-Klee-Logo bei den TĂŒren identifizierbar. Zuvor war die erste Klasse an einem weißen LĂ€ngsstreifen unterhalb der Wagenfenster erkennbar. Die Fahrt damit ist um den Green-Zuschlag teurer als die der normalen Klasse. Erste-Klasse-Schlafwagen wurden neu A-Schlafwagen, die der zweiten Klasse B-Schlafwagen genannt. Bis zu den 1990er Jahren hatten die meisten RegionalzĂŒge keine Green Cars. In den letzten Jahren gibt es einen allmĂ€hlichen Trend, Green Cars der Pendlerfahrten im Tokio-Gebiet zu renovieren. Dort stehen weibliche „Green Attendants“ fĂŒr den Erfrischungs-Service sowie fĂŒr das ÜberprĂŒfen von Tickets zur VerfĂŒgung.

In den HochgeschwindigkeitszĂŒgen Shinkansen gibt es in der Regel eine „Normal class“ (2. Klasse) und eine „Green class“ (1. Klasse). In ZĂŒgen der Baureihe E5 gibt es daneben noch eine Premium-Klasse, die „Gran class“.

Gemeinschaft unabhÀngiger Staaten

Die meisten Nachfolgestaaten der Sowjetunion fĂŒhrten ab 1990 zunĂ€chst das sowjetische Klassensystem fort:

‱ Spalny = Zweibett-Schlafwagenabteile (nur in FernzĂŒgen), 8 Abteile pro Wagen
‱ Kupeiny = Vierbett-Schlafwagenabteile (nur in FernzĂŒgen), 9 Abteile pro Wagen
‱ Platskartny = Liegewagen mit LĂ€ngs- und Querbetten (nur in FernzĂŒgen), 54 PlĂ€tze pro Wagen in offenen Abteilen
‱ Obschtschi = Sitzwagen, Großraumwagen mit 81 SitzplĂ€tzen, im Nahverkehr auch mehr

Die im internationalen Verkehr eingesetzten RIC-Schlafwagen haben Dreibett-Abteile, die fĂŒr FahrgĂ€ste erster Klasse nur mit ein oder zwei Personen belegt werden. Seit 2014 werden sie in ZĂŒgen der RZD von neuen Schlafwagen mit Vierbettabteilen abgelöst, die auch in Zweibettbelegung als Schlafwagen erster Klasse betrieben werden. Hinzu kommen in ausgewĂ€hlten Verbindungen (z. B.: Berlin – Moskau) Schlafwagen der Luxuskategorie, in denen das Abteil mit einem oder zwei FahrgĂ€sten belegt wird, mit einem privaten Badezimmer in jedem Abteil. Diese Fahrzeuge weisen die RIC-Kennung „WLSR“ (im Gegensatz zu den herkömmlichen Schlafwagen, die die Bezeichnung „WLAB“ tragen) auf. Auch einige InlandzĂŒge bieten Abteile verschiedener Luxuskategorien an (Ljuks).

Erst langsam entwickeln sich die Bahnen in den Nachfolgestaaten der ehemaligen Sowjetunion auseinander. Im Tagesverkehr der belarussischen Eisenbahnen (Belaruskaja Tschyhunka) gibt es Fahrzeuge mit FahrgastrĂ€umen zweiter und dritter Wagenklasse. In der Ukraine und Usbekistan verkehren TageszĂŒge mit einer Inneneinrichtung vergleichbar mit europĂ€ischen InterCity-ZĂŒgen. In Kasachstan werden auf den schnellsten, mit Talgo-Wagenmaterial gefahrenen Nachtverbindungen Zweibettabteile mit und ohne eigenes Bad sowie Vierbettabteile angeboten.

Syrien

Die syrische Eisenbahn (CFS) fĂŒhrt erste und zweite Klasse sowie als eigene, ĂŒbergeordnete Klasse Schlafwagen. Die Wagen erster Klasse wurden in der DDR gebaut und offensichtlich mit dem gelben Streifen ĂŒber den Fenstern geliefert, den sie heute noch fĂŒhren.

Tansania

Die tansanische Staatsbahn fĂŒhrt drei Wagenklassen. Dabei wird die erste Klasse nur als Schlafwagen, die dritte Klasse nur als Sitzwagen angeboten. Die zweite Klasse gibt es sowohl als Sitz- als auch als Schlafwagen.

Die TAZARA, die Tansania mit Sambia verbindet, bietet in der ersten (Vier-Bett-Abteile) und zweiten Klasse (Sechs-Bett-Abteile) Schlafwagen, in der dritten Klasse Sitzwagen an.

Thailand

Die State Railway of Thailand bietet drei Wagenklassen an. Dabei wird die erste Klasse nur als Schlafwagen, die dritte Klasse nur als Sitzwagen angeboten. Die zweite Klasse gibt es sowohl als Sitz- als auch als Schlafwagen. Express trains fĂŒhren alle drei Wagenklassen. In der Regel fĂŒhren Ordinary trains und Diesel rail car trains nur Wagen dritter Klasse, Rapid trains Wagen zweiter und dritter Klasse und Express special diesel railcar trains nur Wagen zweiter Klasse. Express special trains gibt es in diversen Varianten: Teils nur mit zweiter, teils mit erster und zweiter Klasse und teils mit allen drei Wagenklassen.

TĂŒrkei

In der TĂŒrkei gibt es grundsĂ€tzlich nur noch eine Wagenklasse, „Pullman“ genannt. DarĂŒber hinaus werden in den Nachtverbindungen Schlafwagen (Zweibettabteile, WL A) und Liegewagen (Vierbettabteile, Ac) angeboten. Eingesetzt werden in den meisten FernzĂŒgen moderne Wagen mit der Sitzanordnung 1+2. Wagen Ă€lterer Bauart des gehobenen Komforts werden im Regionalverkehr weiterverwendet. Sie sind allerdings nicht umgezeichnet, sodass Garnituren unterwegs sind, die rein aus Wagen erster Klasse oder aus Liegewagen zweiter Klasse gebildet werden. FĂŒr alle aber gilt der Einheitspreis „Pullman“.

Im Hochgeschwindigkeitsverkehr (zwischen Ankara, Eskißehir und Konya) wurde das Zweiklassensystem aber wieder eingefĂŒhrt.

Vietnam

Die vietnamesischen ZĂŒge fĂŒhren folgende Wagenklassen:cite-ref-24[24]

‱ Náș±m mềm (điều hĂČa) = weicher Schlafplatz (Vierbettabteil, klimatisiert, nur in FernzĂŒgen)
‱ Náș±m cứng (điều hĂČa) = harter Schlafplatz (Sechsbettabteil, klimatisiert, nur in FernzĂŒgen)
‱ Ngồi mềm (điều hĂČa) = weicher Sitzplatz (Großraum, klimatisiert)
‱ Ngồi cứng = harter Sitzplatz (Großraum, nicht klimatisiert)

In den Schlafabteilen werden außerdem unterschiedliche Preise fĂŒr die unteren, ggf. mittleren und oberen Betten berechnet.

DarĂŒber hinaus gibt es auf einigen Strecken (insbesondere HĂ  Nội – LĂ o Cai) Wagen verschiedener privater Betreiber mit Zwei- und Vierbettabteilen zu eigenen (höheren) Preisen, die sich primĂ€r an Touristen richten.

Kennzeichnung

Damit die FahrgĂ€ste bereits vom Bahnsteig aus in die richtige Wagenklasse einsteigen können, ohne diese erst im Zug suchen zu mĂŒssen oder ausschließlich auf Wagenstandsanzeiger und Ansagen angewiesen zu sein, kennzeichnen die meisten Bahnverwaltungen die jeweiligen Bereiche ihrer Fahrzeuge bereits von außen mehr oder weniger auffĂ€llig.

In der Regel geschieht dies durch entsprechende Ziffern – frĂŒher auf der EinstiegstĂŒr, heute meist daneben auf dem nĂ€chsten Fensterteiler. In Deutschland wurden dazu bis kurz nach 1900 meist römische Ziffern verwendet. Schon von jeher werden die Klassen auch farblich gekennzeichnet, bei einigen Bahnen auch ganze Wagen farblich abgesetzt. Als Leitfarben setzten sich anfangs fĂŒr die Wagen – und bis in die 1970er Jahre auch fĂŒr die korrespondierenden Fahrkarten, insbesondere die Edmondsonsche Fahrkarte – durch: Die erste Klasse war gelb, die zweite Klasse grĂŒn, die dritte Klasse braun und die vierte Klasse grau. Gelbe Wagen der ersten Klasse waren zu Dampfzeiten zu schmutzempfindlich, und so wurde das Farbschema auf gelbe Zierlinien auf dunklem, meist dem grĂŒnen Untergrund der zweiten Klasse, reduziert. Dieses Farbschema war vor allem in Preußen ĂŒblich, ansonsten verwendete man eine einheitliche Wagenfarbe. Nur in Sachsen hoben sich Wagen 4. Klasse durch graue Farbe vom restlichen Wagenpark ab. Es gab aber schon vor dem Ersten Weltkrieg Bestrebungen, als Wagenfarbe in Deutschland ein einheitliches GrĂŒn einzufĂŒhren. Einen weiteren Versuch der Unterscheidung von außen begann die Deutsche Bundesbahn 1971 im Rahmen der experimentellen Pop-Lackierung. Hierbei hatten Wagen der ersten Klasse sowie gemischtklassige Wagen die Kennfarbe Blutorange, wĂ€hrend Wagen der zweiten Klasse Kobaltblau lackiert waren.

Bekanntestes Markierungsbeispiel fĂŒr eine Wagenklasse ist der horizontal ausgefĂŒhrte helle Streifen unterhalb der Dachkante, der mit der Klassenreform des Jahres 1956 europaweit fĂŒr Wagen der ersten Klasse eingefĂŒhrt wurde. Der Streifen ist bis heute in den meisten europĂ€ischen LĂ€ndern ĂŒblich und ist in der Regel gelb oder orange. Er leitete sich aus den Zierlinien der alten ersten Klasse ab und befindet sich gewöhnlich ĂŒber den Fenstern, bei Doppelstockwagen abweichend zwischen den beiden Fensterreihen. Die Position des Streifens kann je nach Baujahr und -art der Wagen variieren. Verwendet wird er in Belgien, Bulgarien, DĂ€nemark, Finnland (außer IC), Griechenland, Luxemburg, Österreich (außer beim Railjet), Niederlande (aber: blaue FlĂ€che auf Regio-Wagen bzw. zusĂ€tzlicher Begleitstreifen unterhalb der Fenster), Norwegen, Portugal, RumĂ€nien, Schweden, Schweiz (gelbe Markierung dort oft ausschließlich im Bereich der EingangstĂŒren), Slowakei, Slowenien, Tschechien und Ungarn.

Nicht mehr verwendet wird diese Kennzeichnung in Frankreich und Italien. In Deutschland wird sie im Fernverkehr (IC und ICE) und bei vielen privaten Eisenbahnunternehmen aus DesigngrĂŒnden nicht mehr verwendet, wĂ€hrend sie bei der Deutschen Bahn im Regionalverkehr weiterhin ĂŒblich ist.

Eine weitere Variante ist die Lackierung der TĂŒren in Kontrastfarben. Bei den Schweizer Eurofima-Wagen in orange-lichtgrauer C1-Lackierung wiederum war alternativ die Klassenziffer „1“ gelb statt weiß ausgefĂŒhrt.

Sind Fahrzeuge nur auf Strecken im Einsatz, auf denen generell per Bekanntmachung im Fahrplan nur eine Wagenklasse angeboten wird, erfolgt an diesen mitunter gar keine Klassenkennzeichnung.

Internationale AbkĂŒrzungen

In den rein betrieblich verwendeten Wagengattungszeichen werden folgende Buchstaben verwendet:

‱ A = 1. Wagenklasse
‱ B = 2. Wagenklasse
‱ C = 3. Wagenklasse
‱ D = 4. Wagenklasse, als diese existierte – heute Symbol fĂŒr GepĂ€ck- oder (in Verbindung mit A bzw. B) Doppelstockwagen
‱ WL = Schlafwagen (frz.: Wagon Lit)
‱ WR = Speisewagen (frz.: Wagon Restaurant)
‱ WS = Salon-/Sonderwagen
‱ c = Liegewagen

Stadtverkehr

Im Stadtverkehr ist die Unterteilung in verschiedene Wagenklassen, abgesehen von S-Bahnen, aufgrund der meist kurzen Reisezeiten weitgehend unbekannt. Dennoch existierten vereinzelt auch zweiklassige U-Bahn-, Straßenbahn-, Oberleitungsbus- und Omnibus-Systeme.

Die MĂ©tro Paris beispielsweise schaffte ihre erste Klasse erst zum 1. August 1991 ab. Der mittlere Wagen eines FĂŒnf-Wagen-Zuges hatte hierbei eine andere Farbgebung als der Rest des Zuges und durfte nur mit einer Zuschlagkarte oder mit bestimmten Zeitkarten benutzt werden. Die Inneneinrichtung unterschied sich nicht; der einzige Vorteil bestand in geringerer ÜberfĂŒllung zu Stoßzeiten. Die Klassenunterscheidung wurde im Interesse einer besseren Raumausnutzung abgeschafft.

Bei der Berliner U-Bahn erfolgte dieser Schritt hingegen schon 1927 und bei der Hamburger U-Bahn sogar schon 1920. Die 1898 eröffnete Wiener Stadtbahn – als VorlĂ€ufer der Wiener U-Bahn – schaffte die Klassenunterscheidung im Zuge der Weiterentwicklung zur Wiener Elektrischen Stadtbahn im Jahr 1925 ab. Die Wuppertaler Schwebebahn wiederum – die allerdings noch bis 1943 als Eisenbahn konzessioniert war – gab ihre Unterscheidung nach Wagenklassen zum 1. Januar 1963 auf.cite-ref-25[25] In jĂŒngerer Zeit gewann die Unterscheidung nach Wagenklassen im arabischen Raum eine gewisse PopularitĂ€t. So bietet beispielsweise die 2009 eröffnete Metro Dubai eine sogenannte Gold-Klasse und eine Economy-Klasse an, zusĂ€tzlich existiert ein Frauenabteil, gleiches gilt fĂŒr die 2014 eröffnete Straßenbahn Dubai. Ebenfalls eine dreigliedrige Aufteilung soll auch die in Bau befindliche U-Bahn Riad aufweisen, wobei eine First Class, eine Family Class und eine Single / Worker Class vorgesehen ist.cite-ref-26[26]

Im Straßenbahnbereich bot beispielsweise die 1869 eröffnete Straßenbahn Timișoara zu Pferdebahnzeiten eine erste und eine zweite Klasse an, diese Unterscheidung wurde aber schon 1875 wieder abgeschafft.cite-ref-monografie-1929-27-0[27] Gleiches galt fĂŒr die 1878 eröffnete Straßenbahn Mannheim, die ihre beiden Wagenklassen schon bald nach Eröffnung zugunsten einer Unterteilung in Raucher- und Nichtraucherabteile aufgab.cite-ref-28[28] Ferner bot auch die von 1898 bis 1903 verkehrende Überlandstraßenbahn Stansstad–Stans ihren FahrgĂ€sten eine zweite und eine dritte Wagenklasse an.cite-ref-29[29] Ebenso hatte die 1912 eröffnete Straßenbahn Dubrovnik in ihren Anfangsjahren eine erste und eine zweite Klasse, getrennt durch eine Zwischenwand.cite-ref-30[30] Bei der Straßenbahn Aachen war ein Teil der 1906 fĂŒr die neue Strecke von Aachen nach Eupen beschafften Triebwagen der Serie 150–173 anfangs zweiklassig. Da die 1.-Klasse-Abteile von den FahrgĂ€sten nicht angenommen wurden, schaffte die AKG sie bereits zum 1. Februar 1907 wieder ab und verwendete die beiden Abteile der Triebwagen als Raucher- und Nichtraucherabteile.cite-ref-31[31] Die Straßenbahn Krakau wiederum betrieb noch bis in die 1920er Jahre hinein zweiklassige Triebwagen, wobei die erste Klasse Ledersitze, die zweite Klasse nur Holzsitze hatte.

Die Straßenbahn Bukarest besaß hingegen noch Mitte der 1960er Jahre eine Unterteilung in Wagenklassen, wobei damals eine Teilstrecke in der zweiten Klasse 25 Bani und in der ersten 30 Bani kostete, wĂ€hrend fĂŒr mehrere Teilstrecken 35 bzw. 40 Bani zu entrichten waren. Hierbei galt der Triebwagen als erste Klasse und war mit gepolsterten Sitzen quer zur Fahrtrichtung ausgestattet, wĂ€hrend der oder die Beiwagen der zweiten Klasse zugeordnet waren und hölzerne LĂ€ngssitzbĂ€nke aufwiesen.cite-ref-sonderdruck-stadtverkehr-32-0[32]cite-ref-33[33] Bei der Straßenbahn Hongkong war es genau umgekehrt. Dort galten die doppelstöckigen Triebwagen als zweite Klasse, wĂ€hrend die – mittlerweile wieder abgeschafften – einstöckigen Beiwagen die erste Klasse darstellten.

Im Hamburger Verkehrsverbund (HVV) war fĂŒr die Benutzung von Schnellbuslinien – auch der damaligen Kleinbuslinien 47, 48 und 49 – eine Zuschlagskarte 1. Klasse/Schnellbus erforderlich, die jetzt nur fĂŒr RegionalzĂŒge im Verbundgebiet benötigt wird. Die im Schnellbusverkehr eingesetzten Wagen waren dabei frĂŒher rosa statt rot lackiert, um bereits von weitem klar erkennbar zu sein.

Weblinks

‱ The Man in Seat Sixty-One – Beschreibung der Eisenbahnen weltweit und ihrer Wagenklassen (englisch)
‱ Fahrkartensteuer, Roell-1912 [1]

Einzelnachweise

cite-note-11. ↑ Hans-Wolfgang Scharf und Friedhelm Ernst: Vom Fernschnellzug zum Intercity. Eisenbahn-Kurier Verlag, Freiburg 1983. ISBN 3-88255-751-6, S. 122.
cite-note-0-22. ↑ S. W. I. swissinfo.ch: 50 Jahre grosser Klassenwechsel bei den SBB. In: SWI swissinfo.ch. 1. Juli 2006, abgerufen am 15. August 2025.
cite-note-33. ↑ Zeitungschronik 1929–2008 auf wuppertal.de, abgerufen am 3. November 2025
cite-note-44. ↑ Frecciarossa, Verbindungen und Service. Abgerufen am 15. August 2025.
cite-note-55. ↑ mr: „Frecciarossa“ ne mit vier Komfortklassen. In: Eisenbahn-Revue International, Heft 1/2012, S. 32.
cite-note-66. ↑ UIC news. Nr. 27, Oktober 2005, S. 7.
cite-note-77. ↑ Die Bahn nimmt Fahrt auf in Europa - WELT. Abgerufen am 15. August 2025.
cite-note-88. ↑ Horst Regling, Dieter Grusenick, Erich Morlok: Die Berlin-Stettiner Eisenbahn. transpress, Stuttgart 1996, ISBN 3-344-71046-X, S. 103.
cite-note-99. ↑ Kgl. Preußischer Minister der öffentlichen Arbeiten (Hrsg.): Berlin und seine Eisenbahnen 1846–1896. Band 1. Julius Springer, Berlin 1896, S. 180.
cite-note-1010. ↑ Vgl.: Eisenbahndirektion Mainz (Hrsg.): Amtsblatt der Königlich Preußischen und Großherzoglich Hessischen Eisenbahndirektion in Mainz vom 26. September 1908, Nr. 58. Bekanntmachung Nr. 776, S. 647.
cite-note-1111. ↑ Axel Enderlein: Die DB in den 1950er Jahren. In: Bahn-Extra, 02/1992, S. 78–80, GeraNova Zeitschriften-Verlag, MĂŒnchen
cite-note-1212. ↑ Reichsbahndirektion in Mainz (Hg.): Amtsblatt der Reichsbahndirektion in Mainz vom 12. Juni 1926, Nr. 27. Bekanntmachung Nr. 463, S. 254.
cite-note-1313. ↑ deutschlandfunk.de: Als die Stehklasse noch beliebt war. 7. Oktober 2008, abgerufen am 15. August 2025.
cite-note-1414. ↑ Hans-Wolfgang Scharf, Friedhelm Ernst: Vom Fernschnellzug zum Intercity. Eisenbahn-Kurier Verlag, Freiburg 1983. ISBN 3-88255-751-6, S. 54.
cite-note-zvme-151. Zeitung des Vereins MitteleuropÀischer Eisenbahnverwaltungen. LXXV. Jahrgang, Nr. 20, 16. Mai 1935. Julius Springer, Berlin 1935, S. 405.
cite-note-1616. ↑ Deutsche Bahn AG: Reisen in der 1. Klasse. In: bahn.de. Deutsche Bahn AG, abgerufen am 15. August 2025.
cite-note-1717. ↑ Philipp Laage: Darf man sich in einem ĂŒberfĂŒllten Zug in die Erste Klasse setzen? In: t-online. Ströer Content Group, 20. Dezember 2018, ehemals im Original (nicht mehr online verfĂŒgbar); abgerufen am 14. MĂ€rz 2022.@1@2Vorlage:Toter Link/beta.t-online.de (Seite nicht mehr abrufbar. Suche in Webarchiven)
cite-note-1818. ↑ Erstklassig reisen. Abgerufen am 15. August 2025.
cite-note-1919. ↑ Abteile & Komfortklassen. Abgerufen am 15. August 2025.
cite-note-2020. ↑ WESTbahn | Tickets & Angebote | Fahrplan. Abgerufen am 15. August 2025 (österreichisches Deutsch).
cite-note-2121. ↑ Amtrak Seating Accommodations. Abgerufen am 15. August 2025 (englisch).
cite-note-2222. ↑ Book Train Tickets | Brightline. Abgerufen am 15. August 2025 (englisch).
cite-note-2323. ↑ Discover our classes and services | VIA Rail. Abgerufen am 15. August 2025 (kanadisches Englisch).
cite-note-2424. ↑ Train travel in Vietnam | 2025 schedules, fares, tickets. Abgerufen am 15. August 2025.
cite-note-2525. ↑ Wuppertal: Vor 50 Jahren fuhr der erste Schwebebahn-Gelenkzug - tvi.ticker - 13. Dezember 1962/2012. Abgerufen am 15. August 2025.
cite-note-2626. ↑ Siemens baut in Österreich Drei-Klassen-U-Bahn fĂŒr Riad, Artikel auf derstandard.at vom 23. Februar 2016, abgerufen am 17. September 2017
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cite-note-2828. ↑ rnlf.ticse.net
cite-note-2929. ↑ Strassenbahn Stansstad – Stans (StSt) In: eingestellte-bahnen.ch von JĂŒrg Ehrbar, abgerufen am 13. Juni 2020
cite-note-3030. ↑ Brigitte Breth (Wien): Ragusa. Impressionen von einer Wanderung. In: IDM Info, Ausgabe 4/2004, herausgegeben vom Institut fĂŒr den Donauraum und Mitteleuropa (IDM), S. 26.
cite-note-3131. ↑ Reiner Bimmermann: Aachener Straßenbahn. Band 1: Geschichte. Schweers+Wall, Aachen 1999, ISBN 3-89494-116-2, S. 53/54
cite-note-sonderdruck-stadtverkehr-3232. ↑ Sonderdruck aus der Fachzeitschrift Der Stadtverkehr, Heft 11/12-1966 und 3/1967.
cite-note-3333. ↑ Amintirile mele Ăźntre Bonaparte ßi Domeniilor: Parcul Domeniilor. In: Amintirile mele Ăźntre Bonaparte ßi Domeniilor. Abgerufen am 15. August 2025 (rumĂ€nisch).